„Die Vogelscheuche“ oder „Tatort Hühnerstall“

Morbide oder makaber? Zumindest ein sehr skurriler Kriminalfall mit einem Bauern, einer Vogelscheuche und einem Stall voll Hühnern. Dies ist weniger eine Geschichte als ein skizzenhaftes Drehbuch für einen kurzen Schwarz-Weiß-Stummfilm. Das Besondere an diesem Film ist, dass ein Teil der Hauptdarsteller echte Hühner sind. Wer schon mal mit Hühnern zu tun hatte, kennt die besondere Mimik von Hühnern, die sich bestimmt wunderbar filmisch darstellen lassen würde.

Darsteller: der Bauer, die Vogelscheuche und diverse Hühner

Vorspann: Nacht
Blick auf den Mond.
Man sieht den Schatten eines Huhnes, welches eifrig Körner aus einem Sack pickt. Dann sieht man das große Loch im Sack.

Erste Szene: Tag
Ein Bauer fährt mit dem Fahrrad aufs Feld. Er sieht höchst verärgert aus. Er geht auf eine regungslose Vogelscheuche zu (rückenansicht).
Blick auf das Gesicht des Mannes. Texttafel: “Sie müssen mir helfen. Auf meinem Hühnerhof treibt sich ein Dieb herum.”
Blick auf das menschliche, aber regungslose, nur durch Mimik ausgezeichnete Gesicht der Vogelscheuche. Die Vogelscheuche guckt erstaunt.
Der Mann: “Ich engagiere sie als Detektiv. Kommen Sie heute Nacht vorbei und fassen Sie den Schuft!”
Vogelscheuche guckt ernst und professionell.

Zweite Szene. Nacht.
Blick auf den Mond. Die Vogelscheuche steht vor dem Hühnerstall. Nahaufnahme eines Stuhls, auf dem eine Kaffeetasse steht. Nahaufnahme von einem Schnabel, der eine Tablette in die Kaffeetasse wirft. Die Vogelscheuche trinkt aus der Tasse.

Dritte Szene. Tag.
Der Futtersack wurde wieder beschädigt.

Vierte Szene. Nacht
Blick auf den Mond. Die Vogelscheuche steht vor einem Hühnerstall und rührt sich nicht. Plötzliches Rascheln im Gebüsch. Nahaufnahme von einem kullernden Stein. Die Vogelscheuche sieht hinter dem Busch nach, während ein Huhn sich unbemerkt in den Futterstall schleicht. Die Vogelscheuche kommt zurück und sieht den Schaden im Stall. Es folgt den Hühnerspuren und gelangt zu ein paar Hühnern, die argwöhnisch gucken. Die Vogelscheuche dreht sich enttäuscht um und geht. Dann sieht man “das” Huhn aus seinem Versteck direkt neben den anderen Hühnern kriechen.

Fünfte Szene. Nacht.
Selbe Prozedur, doch diesmal hält sich die Vogelscheuche nicht lange auf und kehrt rechtzeitig zum Stall zurück. Dort erwischt sie das Huhn. Das Huhn guckt erstaunt. Die Vogelscheuche guckt böse. Das Huhn guckt merkwürdig. Die Vogelscheuche guckt ängstlich. Das Huhn rennt auf die Kamera zu. Die Vogelscheuche guckt entsetzt. Die Kamera von unten zeigt das Huhn, wie es auf sie einpickt. Blut spritzt von den Seiten.

ENDE

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